Begrüßungswort

Begrüßungswort

 DAS LIED- UND TANZ ENSEMBLE “MAZOWIACY”

Das Lied –und Tanz Ensemble „Mazowiacy”,  ist eine außergewöhnliche Gruppe in Polen und Europa. Warum? Weil diese Gruppe uns zeigt, dass es nicht wahr ist, wie oft über behinderte Menschen gedacht wird, d.h.: dass sie nur  schwächliche und kränkliche Personen sind. Alles, was wir hier machen, ist im Grunde eine Therapie! Unter einer Therapie wird gemeint: tanzen, singen, auf Instrumenten spielen, aber auch sich hier zu treffen, zu reden, zu lachen, manchmal sogar zu streiten, sowie zusammen zu essen, zu trinken und einfach miteinander und nebeneinander zu leben.

Mitglieder dieses Ensembles sind Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen. Vor allem ist die geistige Behinderung, die auch gleichzeitig andere Defizite aufweist – wie z.B. Krankheiten, Epilepsie, Seh- und Bewegungs-Störungen – komplizierend. Aber jedes Mitglied widmet sich seiner künstlerischen Tätigkeit. In manchen Fällen gibt es Schwierigkeiten eine richtige Diagnose zu erstellen. Die Entwicklungsanomalien haben verschiedene Bereiche, Tiefengrade und dabei unterschiedliche Charaktere. Das alles verlangt von ihnen viel Anstrengung, Gewissenhaftigkeit und Fleiß. Manchmal warten wir sehr lange Zeit auf Effekte, jedoch begleitet uns immer der Optimismus.

Das Lied- und Tanz Ensemble „Mazowiacy“ unterliegt der Stiftung zur Förderung der künstlerischen Kultur der Menschen mit Behinderungen, welche aus drei Sektionen besteht: dem Orchester, der Tanzgruppe und dem Chor. Das Orchester konzentriert sich überwiegend auf die klassische Musik. Das Stichwort der Stiftung lautet: „Schöpfer und Künstler kann jeder werden, wer nur fest danach strebt“. Wie der Name „Mazowiacy“ andeutet, befindet sich der Standort der Gruppe in der Region „mazowsze“ und befasst sich mit der polnischen Volkskunst. Die Lieder und das Tanzen sind eine spezifische Sprache zwischen den verschiedenen Nationen. Seit 34 Jahren inspiriert uns eine phantastische Schönheit der polnischen Folklore aus verschiedenen Regionen in Polen. Wir zeigen unsere Kunst in Polen und im Ausland. Wir mögen das alles, was wir hier machen, obwohl es schwere Arbeit bedeutet. Die Konzerte  dienen als Beispiel einer konkreten Tätigkeit, um die künstlich geschaffene Barriere zwischen Menschen der Kulturwelt und der Kunst und das Schaffen der behinderten Personen zu brechen. Die Arbeit hier und auf der Bühne gibt den Künstlern ein bisschen buntes und normales Leben, Spaß, Freude und Glück, sowie stärkt das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.

Wie schon gesagt, wir arbeiten hier sehr hart. Inzwischen sind wir auch auf den modernen Tanz und die Pantomime spezialisiert. Deshalb haben wir beim Tanzen noch mehr Spaß. Als die größte Leistung  in der Pantomime kann unsere Show „Planeta Nex“ („Planet Nex“) eigestuft werden. Zwei und halb Stunden, Pantomime, Techno-Musik und das Spiel der magischen Lichter. Jedes Jahr im Dezember und Januar spielen wir eine Weihnachtsgesichte „Ein Brief an den Weihnachtsmann“. Außerdem haben wir in unserem Arbeitsprogramm Aufführungen, die über Warschau und über die polnische Geschichte erzählen.

Eine extrem wichtige Rolle in unserem Team spielt das Engagement der Volontäre. Überwiegend sind es die Schüler verschiedener Schulen, Studenten und Eltern. Sie unterstützen aktiv die behinderten Menschen bei jedem Schritt und Tritt, im Privatleben wie auch auf der Bühne. Dank unserer Volontäre, ist unser künstlerisches Niveau viel höher. Dafür bin ich ihnen immer sehr dankbar.

 

Prof. Dr. hab. Leszek Ploch